Rezension: Das Kochbuch des Kannibalen

Das Kochbuch des Kannibalen - Carlos Balmaceda

Der Klappentext:
Der Gipfel des Genusses befindet sich im argentinischen Mar del Plata: Ein geheimnisvolles Kochbuch macht ein kleines Restaurant zum begehrten Gourmet-Tempel und läßt das Herz eines genialen Küchenchefs höher schlagen – bis der Reiz der Ver-führung verbotene Gelüste weckt ... Carlos Balmaceda schwelgt in diesem Thriller in opulenten Bildern und kulinarischen Leckereien.

Meine Meinung:
Sehr beeindruckt war ich von der Grundidee dieses Buches. Ausserdem hat der erste Satz mich sofort "auf den Geschmack gebracht", respektive mich vorbereitet auf alles, was ich im Buch noch so finden würde.

"Als César Lambroso zum ersten Mal Menschenfleisch kostete - wobei es sich um das Fleisch seiner eigenen Mutter handelte -, war er sieben Monate alt." 

Guter Einstieg, ja?
Aber dann geht es leider nicht wirklich brisant weiter. Ca. hundert Seiten lang wird die - zugegeben tragische und gruselige, aber trotzdem nicht wirklich spannende - Geschichte der Vorfahren und Vorvorfahren von César Lambroso erzählt. Dies wird irgendwann einfachein wenig zuviel des Guten, zumal sich hinten im Buch ein Stammbaum findet und ich mir definitiv mehr einen Thriller (wie ja auch untertitelt) als eine Familiengeschichte erwartet habe. Ausserdem wird auf diesen ersten Seiten der ganze Polizeiprozess um das Auffinden der Leiche seiner Mutter rekonstruiert.
Dann erst wird es spannend und ab ca. Seite 120 war ich gefesselt und habe das Buch in einem Atemzug beendet.

Schreibstil und Handlung:
Leider konnte mich der Schreibstil, zumindest am Anfang, gar nicht überzeugen. Wahrscheinlich hätte man da die gleiche Familiengeschichte wesentlich spannender und dramatischer erzählen und darstellen können.
Die vielen Rezepte haben mir - obwohl ich kein Fleisch esse und obwohl tatsächlich oft mit Menschenfleisch gekocht wurde - sehr gut gefallen und tatsächlich auch ein wenig Appetit gemacht. Diese Rezepte waren aber auch wirklich das Beste an allem und sowohl die Schwächen von Handlung und Sprache, in erster Linie sind da die Längen und die ausführlichst erzählte Familiengeschichte zu nennen, die meiner Meinung nach so nichts in einem Thriller verloren hat, haben sich zu einer sehr unbefriedigen ersten Buchhälfte vereint. Im zweiten Teil habe ich mich wieder total packen lassen. Dies lag vor allem an der guten Handlungsidee mit dem Kannibalismus, die da wieder in den Vordergrund gerückt ist. Die war nämlich brutal und auch ein wenig grausam und hat wirklich gut gepasst.

Mein Fazit:
Dieses Buch hat mich auf den letzten 80 - 100 Seiten sehr gut unterhalten, insgesamt war es mir aber ein wenig zu langatmig und auch nicht wirklich dem deklarierten Genre "Thriller" entsprechend. Deshalb bekommt ihr heute keine Leseempfehlung von mir.

Zusätzliche Infos:
Titel: Das Kochbuch des Kannibalen
Autor: Carlos Balmaceda
Taschenbuch: 203 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Spanisch
Übersetzt von: Petra Zickmann
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-25323-9

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